Wau en Namus, Libyen

Draußen ist es grau und nasskalt, Zeit mal wieder im Fotoarchiv zu stöbern. Das digitale Archiv ist recht gut in Ordnung, mein Sohn Julian hat mir eine Struktur entworfen und vorgegeben, diese habe ich doch tatsächlich beibehalten. Die Drohung, dass er nicht mehr hilft, wenn ich das wieder „verschlampe“, hat gewirkt.

Nun gut, heute stiess ich auf recht außergewöhnliche Bilder vom Krater Wau en Namus, wohlbekannt, bei Saharafans.
Wir waren auf dem Weg von Sebha zum Djebel Uweinat, im Dreiländereck Libyen, Ägypten und Sudan. Die Pilottour war sehr schwierig und belastet, unser libyscher Partner hatte uns  – gut gemeint – Fahrer aus dem Südosten Libyens mit neuwertigen Fahrzeugen zugeteilt. Die Jungs waren ruppig, unerfahren und arrogant. Bei unsrer Arbeit in der Sahara hatte ich so etwas bisher noch nie erlebt und es war das erste Mal, dass ich im Verlauf einer Reise mit dem örtlichen Chef in der Hauptstadt telefonieren musste, um einiges zu klären.
Noch heute bin ich der Reisegruppe dafür dankbar, dass sie die wahrlich nicht angenehme Situation mit Geduld hingenommen hat. Die Toleranz und das gute Mitmachen der Gruppe war sicherlich ein wesentlicher Faktor dafür, dass wir – trotz der Widrigkeiten – alle Ziele erreicht haben und intensive Eindrücke gewonnen haben.

Bei der Rückkehr nach Tripolis hat sich unser Partner entschuldigt, die Reisegruppe wurde zu einem kleinen libyschen Festmahl eingeladen und besonders gut umsorgt. Alles gut, es gab keinen Streit, was hätte das auch noch geholfen?
Für die Zukunft fand unser Partner dann Dank guter Beziehungen die Lösung, dass eine erfahrene Tuareg-Crew aus Serdeles die Ausnahmegenehmigung erhielt, im fernen Südosten im Grenzgebiet mit uns zu agieren.

Nun aber zurück zum Krater. Dort erwartete uns ein älterer, ortskundiger Führer für die nun folgende Strecke Wau en Namus – Rebianah Sandsea – Oase Bezima – Kufra – Djebel Arkenou – Djebel Uweinat. Seine Autorität konnte die Fahrer immer wieder mal etwas zügeln und es ergaben sich auch entspannte Tage. So wie etwa am Wau en Namus, klares Licht, kein Sturm, Zeit für Wanderungen bei kräftiger Hitze.

Das letzte Bild wurde bei der Ankunft im Djebel Uweinat aufgenommen, dazu bei Gelegenheit gern mehr.
Zum Vergrößern der Bilder ein Klick ins Bild und dann die Zurücktaste ihres Browsers nutzen.
Alle Text- und Bildrechte bei: R & S Jarosch

 

Wir waren oft am Wau en Namus, dem „Krater der Mücken“. Leider mussten wir immer häufiger Fahrspuren im Krater feststellen, mehr und mehr wurde im Krater in unsinniger Weise mit den Geländewagen herumgekurvt. Libyen hatte sich für eine längere Periode zum Freiland für off-road freaks entwickelt. Selbst unsere etwas „wilden“ Fahrer bei dieser Pilottour kamen nicht auf die Idee, im weichen Tuff- und Sandgelände Sprit zu vergeuden und diese Weltsehenswürdigkeit zu verschandeln.
Auch das unnötige Herumkurven in Dünen, etwa gegen Abend in der Nähe des Lagerplatzes, war bei uns in einmütiger Absprache mit den örtlichen Partnern verboten. Diese und weitere Regeln haben recht gut geklappt, in allen Regionen von Mauretanien bis Ägypten.
Aber was solls, solche Überlegungen sind auf längere Sicht obsolet. Libyen und weitere Teile der Sahara sind im Chaos versunken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.