Schnee in der Zentralsahara und kleine Hoffnungen…

Schnee in der Wüste

Schnee in der nördlichen, algerischen Sahara
Schnee auf den Dünen bei Ain Sefra (copyright Karim Bouchetata)

Aktuell, Januar 2018: Wieder Schneefall in den Dünen bei Ain Sefra, >>hier!

Am Montag, den 19. Dezember 2016 waren die Bewohner der Commune Ain Sefra (Algerien) doch sehr erstaunt, die Dünen der nördlichen Ausläufer des Erg Occidental färbten sich weiß! Klicken Sie auf das obenstehende Bild, Sie gelangen zur Facebookseite des Photografen Karim Bouchetata und sehen eine Serie von außergwöhnlichen Bildern!

So selten und außergewöhnlich (wie in einigen Publikationen geschrieben wird „.. nur alle 40 Jahre!“), ist Schneefall in der Sahara jedoch nicht. Bei starkem Nordostwind und gleichzeitigem Kälteeinbruch am östlichen Mittelmeer (Südöstliche Türkei, Syrien, Libanon, Jordanien, Palästina und Israel) wird es häufig in der nördlichen Zentralsahara bitter kalt. Nichts, kein Gebirge hält den kalten Nordostwind auf, bis er auf den Saharaatlas, das Hoggargebirge oder das Hochplateau des Tassili N’Ajjer trifft.
„Schnee in Jerusalem! Wir werden frieren, in der Sahara…“, das war bei uns Wüstenfahrern eine gängige Erkenntnis.
Auch beim aktuellen Schneefall bei Ain Sefra erinnere ich mich, dass bei den erschütternden Berichten im TV aus den Flüchtlingslagern im Nahen Osten Schnee zu erkennen war.
Im Wetterarchiv von wetter.net ist unter 15.12.2016 zu finden: „…in Ostanatolien sank das Thermometer beispielsweise auf -20 Grad bei über 20 Zentimetern Schnee…“! Der Nordostwind trägt die Wettersituation dann abgeschwächt in die Sahara.

Im Winter 2005 gab es in der Region Ghardaia heftige Schneefälle, in der Folge Verkehrschaos und Unfälle, sogar mit Todesopfern. Auch defekte, überlastete Gasheizungen waren ein großes Problem.

Im Winter der Jahrtausendwende (Dez. 1999/Jan. 2000) hatten wir erfolgreich, zusammen mit Mitbewerbern und Kollegen, einen „Milleniumsflug“, einen Air Algerie-Direktflug von Frankfurt nach Djanet und Tamanrasset organisiert. Es war so bitter kalt, man konnte gar nicht nahe genug an das viel zu kleine, spärliche Lagerfeuer heranrücken. Nach der Ankunft in Djanet regnete es eiskalt und auf der Höhe des Ajjer-Plateaus gab es Schnee und Schneeregen.

Auf den Höhen das Atakor, Zentrum des Hoggargebirges, Gipfel bis zu 3.000m Höhe; auch dort  ist Schneefall keine ganz große Seltenheit. Ein sträfliches Versäumnis meinerseits: Im gesamten SUNTOURS Fotoarchiv finde ich kein Bild davon.

Kleine Hoffnungen

Hoggargebirge und Teffedest in Südalgerien wieder für Wüstenfans geöffnet!?

Aktualisierung, Januar 2018:
Die „kleinen Hoffnungen“ haben sich leider nicht bestätigt. Nach wie vor ist nur die nähere Umgebung von Djanet und das algerische Tadrart für touristische Aktivitäten freigegeben.
Eine Fahrt zum Assekrem im Zentrum des Hoggar Gebirges, ausgehend von Tamanrasset, wird nur in seltenen Fällen erlaubt, z.B. wenn ein Festival in der Region stattfindet.

Laut internen Informationen sollen die beiden Gebirgsregionen (mit Umgebung???) wieder für touristische Reisen unter der Obhut von örtlichen Agenturen frei gegeben werden. Das Verbot jeglicher touristischer Aktivitäten im Großraum um Tamanrasset, sowie die Fahrt mit Touristen von Tam nach Djanet, war für unsere ehemaligen Partner und Freunde in Tamanrasset ein hartes Los.
Erlaubt waren über einen langen Zeitraum hinweg nur Wüstentouren in der Umgebung von Djanet, sowie im algerischen Tadrart, südöstlich von Djanet. Der algerische Teil des Tassili Tadrart ist wunderschön, liegt jedoch hart an der libyschen Grenze. Das Tadrart im südöstlichen Grenzgebiet zu Libyen hin geöffnet und das leichter überwachbare Hoggar und Teffedest nördlich von Tam geschlossen, diese Logik war schwer nachvollziehbar.
Hoffen wir, dass es in Algier diesbezüglich einen Wandel gibt; wo bleibt der Sinn, wenn man den Tuareg in Tamanrasset die Arbeit im Wüstentourismus verbietet?

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